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Türchen #9 – Standardlogik in Qlik einmal bauen, überall nutzen

Türchen #9

Ein Skript-Framework für all Ihre Qlik Sense Apps

Lassen Sie sich heute von einem kleinen Skript-Baustein inspirieren, der in großen Qlik-Umgebungen enorm viel Ordnung schafft.

Denn viele Qlik Sense Installationen haben eines gemeinsam: Copy & Paste in dutzenden Apps – dieselbe Logik wieder und wieder.

Das muss nicht sein. Mit Include, Must_Include und Libraries können Sie in Qlik Sense ein zentrales, strukturiertes Skript-Framework aufbauen, das Ihre Entwicklungszeit drastisch reduziert und Ihre Umgebung nachhaltig stabiler macht.

Warum ein Skript-Framework?

Statt dieselbe Logik in jeder App neu zu entwickeln oder zu kopieren, werden wiederkehrende Bausteine zentral gepflegt und automatisch in jede App eingebunden.

Typische Beispiele für gemeinsam genutzte Skriptlogiken:

  • ein gemeinsamer Kalender für alle Auswertungen
  • zentrale Mapping-Tabellen (Länder, Produktgruppen, Kontenpläne, Customer Groups …)
  • standardisierte Data-Quality-Checks und Logging
  • einheitliche Variablen und Pfade für Ihren QVD-Layer
  • Error-Handling und Subroutinen für komplexe Ladeprozesse

So entsteht ein klar strukturiertes Qlik-Scripting-Framework, das Neu-Entwicklungen beschleunigt, Fehler reduziert und die Wartung Ihrer gesamten Qlik-Landschaft vereinfacht.

Wie es funktioniert: Include, Must_Include & Libraries

Include / Must_Include – wiederverwendbarer Code in externen Dateien

Mit





$(Include=lib://Include/common.qvs);

oder zwingend per





$(Must_Include=lib://Include/common.qvs);

binden Sie externen Skript-Code wie normale .qvs– oder .txt-Dateien ein. Die Inhalte daraus werden 1:1 wie normaler Skript-Code ausgeführt.

➡️ Ideal für Standardlogik, die in allen Apps identisch sein soll.

Typische Kandidaten für Include-Files:

  • Kalendergenerator
  • Standard-Variablen (Pfade, Locale, Debug-Flag, Versionen)
  • Mapping-Tabellen (z. B. ISO-Country-Codes, Produktgruppen, Kostenstellen)
  • Logging-Framework
  • Shared Subroutines

Dadurch müssen Sie bestimmte Dinge nur einmal entwickeln – aber überall nutzen.

Libraries statt fester Pfade

Ein LIB-Konnektor verweist auf eine Data Connection, nicht auf hart verdrahtete Ordnerpfade.

Das ermöglicht:

  • konsistente Zugriffspfade
  • einfache Umzüge zwischen Umgebungen
  • klare Abstraktion zwischen App und Dateisystem

Beispiel:





FROM [lib://QVD/Trans/Sales.qvd] (qvd);

Alle Apps nutzen denselben Connection-Alias – Umgebungswechsel werden dadurch deutlich robuster.

Pro Tipp (Advanced)

Ein Debug-Flag in Ihrem Include-File macht das Arbeiten in Entwicklungsmodi extrem angenehm:





SET vDebug = 0; // 1 = Debug-Mode aktiviert

Dann im Skript:





IF $(vDebug)=1 THEN  
    TRACE 'Debug-Load aktiviert';  
    // Zusatzloads, Sampling, Logs  
END IF;

So aktivieren Sie Debug-Logik zentral – ohne jemals Code zu kopieren.

Best Practices für ein Qlik Scripting Framework

✅ Ja – unbedingt standardisieren:

  • gemeinsame Kalenderlogik
  • Standardvariablen & Pfaddefinitionen
  • Logging / Error-Handling / Timestamps
  • wiederverwendbare Mapping-Tabellen
  • Subroutinen für wiederkehrende ETL-Schritte

❌ Nein – nicht übertreiben:

  • Nicht jede 3-Zeilen-Logik in ein eigenes Include auslagern
  • Nicht zu viele verschachtelte Includes
  • Nicht jede App in 20 Mini-Module zerlegen
    ➡️ Zu viel Abstraktion erschwert Debugging und Onboarding.

Balance ist entscheidend: So viel Standardisierung wie nötig, so wenig Over-Engineering wie möglich.

Fazit: Ein Framework, das Ihre Qlik-Apps schneller, sauberer und zukunftssicher macht

Mit Include + Must_Include + Libraries verwandeln Sie Qlik-Skripte in eine wiederverwendbare, zentrale Framework-Struktur:

  • weniger Copy & Paste
  • konsistente Standards
  • deutlich schnellere Entwicklung
  • sauber getrennte Logik
  • vereinfachte Wartung und Deployment

Statt dutzende Apps einzeln zu warten, pflegen Sie zentrale Bausteine einmal – und nutzen sie überall wieder.

Das Ergebnis: skalierbare Qlik-Architektur, klare Standards, höhere Qualität.